Genfer Psalter: die 150 metrischen Psalmen für den Gemeindegesang im reformierten und presbyterianischen Gottesdienst
— Johannes Calvin, Kommentar zu Psalm 33,2
Lobet den HERRN mit der Harfe. Es ist offenkundig, dass der Psalmist hier den Eifer und die brennende Zuneigung zum Ausdruck bringt, die die Gläubigen beim Lobpreis Gottes haben sollen, indem er anordnet, dass zu diesem Zweck Musikinstrumente eingesetzt werden. Die Gläubigen sollten nichts auslassen, was dazu dient, den Verstand und die Empfindungen der Menschen beim Singen der Lobpreisungen Gottes zu beleben. Der Name Gottes kann zwar, genau genommen, allein durch die artikulierte Stimme gefeiert werden; aber nicht ohne Grund fügt David dem die Hilfsmittel hinzu, durch die sich die Gläubigen in dieser Übung mehr anzuspornen pflegten, zumal er zum alten Volk Gottes sprach.
Dennoch muss hier eine Unterscheidung getroffen werden: wir können nicht wahllos alles, was zuvor den Juden geboten war, als auf uns anwendbar betrachten. Ich zweifle nicht daran, dass das Schlagen von Zimbeln, Harfe und Fiedel, und all jene Art von Musik, die so häufig in den Psalmen erwähnt wird, Teil der kindlichen Unterweisung des Gesetzes war, das heißt, des ausdrücklichen Tempeldienstes. Auch jetzt, wenn die Gläubigen sich mit Musikinstrumenten ermutigen möchten, sollten sie meines Erachtens darauf achten, dass ihr Zweck nicht darin besteht, die Freude an den Lobpreisungen Gottes abzulenken. Wenn sie aber ihren heiligen Versammlungen beiwohnen, wären Musikinstrumente zur Feier der Lobpreisungen Gottes nicht angemessener als das Verbrennen von Weihrauch, das Anzünden von Lampen und die Wiederherstellung der übrigen Schatten des Gesetzes.
Deshalb haben die Papisten dies töricht, wie auch vieles andere, von den Juden übernommen. Menschen, die am äußeren Prunk Gefallen finden, mögen sich an diesem Lärm erfreuen; doch die Einfachheit, die Gott uns durch den Apostel empfiehlt, ist ihm viel angenehmer.