Kapitel XX. Von der christlichen Freiheit und der Gewissensfreiheit
Kapitel XX. Von der christlichen Freiheit und der Gewissensfreiheit
Kapitel XX. Von der christlichen Freiheit und der Gewissensfreiheit | Revisionen des WCF - Westminster-Standards
IV. Diejenigen, die sich unter dem Vorwand der christlichen Freiheit jeder rechtmäßigen Macht widersetzen, oder deren rechtmäßiger Ausübung, sei sie bürgerlich oder kirchlich, widerstehen der Anordnung Gottes. Denn die Gewalten, die Gott eingesetzt hat, und die Freiheit, die Christus erkauft hat, sind von Gott nicht dazu bestimmt worden, einander zu zerstören, sondern einander zu stützen und zu bewahren. Und diejenigen, die solche Meinungen veröffentlichen oder solche Praktiken vertreten, die dem Licht der Natur oder den bekannten Grundsätzen des Christentums (seien sie den Glauben, den Gottesdienst oder die Lebensführung betreffend) oder der Kraft der Frömmigkeit zuwiderlaufen; oder solche irrigen Praktiken oder Meinungen, sei es ihrer eigenen Natur nach oder in der Art, wie sie veröffentlicht oder vertreten werden, den äußeren Frieden und die Ordnung zerstören, die Christus in der Kirche eingesetzt hat, dürfen rechtmäßig zur Rechenschaft gezogen und gegen sie vorgegangen werden, durch die Zensur der Kirche und durch die Macht der weltlichen Obrigkeit.
Einige der Gründe, warum der fettgedruckte Satz in der amerikanischen Revision gestrichen wurde, sind folgende:
1) Die neue Sichtweise der Religionsfreiheit, wie sie im ersten Zusatzartikel der Verfassung der Vereinigten Staaten festgehalten ist,
und die daraus resultierenden Veränderungen in den Beziehungen zwischen Kirche und Staat.
2) Dass viele Christen gerade wegen religiöser Verfolgung auf der Suche nach Freiheit
von Europa in die Vereinigten Staaten geflohen waren.
3) Dass die amerikanische Gesellschaft, ebenso wie die gesamte heutige westliche Gesellschaft,
Erbin des aufklärerischen Denkens und des Liberalismus ist.
4) Dass die Mehrheit der heutigen Reformierten infolgedessen die klassische reformierte Theonomie aufgegeben hat.