Vom Gebet nach der Predigt
Vom Gebet nach der Predigt
Direktorium für den öffentlichen Gottesdienst der Westminster-Versammlung (1645), mit Audio und kostenlosem PDF: ein vollständiger Leitfaden für den reformierten öffentlichen Gottesdienst
Nach Beendigung der Predigt soll der Diener Dank sagen für die große Liebe Gottes, uns seinen Sohn Jesus Christus zu senden; für die Mitteilung seines Heiligen Geistes; für das Licht und die Freiheit des herrlichen Evangeliums, und für die reichen und himmlischen Segnungen, die darin offenbart sind; wie zum Beispiel die Erwählung, die Berufung, die Annahme an Kindes statt, die Rechtfertigung, die Heiligung und die Hoffnung der Herrlichkeit; für die wunderbare Güte Gottes, das Land von der antichristlichen Finsternis und Tyrannei zu befreien, und für alle anderen nationalen Befreiungen; für die Reformation der Religion; für den Bund; und für viele zeitliche Segnungen.
Zu beten für das Verbleiben des Evangeliums und all seiner Ordnungen in ihrer Reinheit, Kraft und Freiheit: die wichtigsten und nützlichsten Angelegenheiten der Predigt in wenige Bitten zu verwandeln; und zu beten, dass es im Herzen bleibe und Früchte bringe.
Zu beten, sich auf den Tod und das Gericht vorzubereiten, und über die Ankunft unseres Herrn Jesus Christus zu wachen: Gott um Vergebung der Missetaten unserer heiligen Dinge zu bitten, und um die Annahme unseres geistlichen Opfers, durch das Verdienst und die Vermittlung unseres großen Hohepriesters und Erlösers, des Herrn Jesus Christus.
Und weil das Gebet, das Christus seinen Jüngern lehrte, nicht nur ein Muster des Gebets ist, sondern an sich selbst ein sehr vollständiges Gebet, empfehlen wir, dass es auch in den Gebeten der Kirche gebraucht werde. Und da bei der Verwaltung der Sakramente, der Feier öffentlicher Fasten und Dankestage, und anderen besonderen Anlässen, die zu besonderen Bitten und Danksagungen Anlass geben können, es notwendig ist, in unseren öffentlichen Gebeten etwas zum Ausdruck zu bringen (wie es in diesem Augenblick unsere Pflicht ist, um einen Segen über die Versammlung der Theologen zu beten, über die Heere zu Wasser und zu Lande, zur Verteidigung des Königs, des Parlaments und des Königreichs), ist hier ein jeder Diener aufgerufen, sich in seinem Gebet, vor oder nach der Predigt, diesen Anlässen zu widmen: was aber die Form betrifft, wird ihm Freiheit gelassen, je nachdem Gott ihn in Frömmigkeit und Weisheit leitet und befähigt, seine Pflicht zu erfüllen.
Nach Beendigung des Gebets singe man einen Psalm, wenn es sich mit Zweckmäßigkeit tun lässt. Danach (wenn nicht irgendeine andere Ordnung Christi folgt, die die Gemeinde zu diesem Zeitpunkt betrifft) entlässt der Diener die Gemeinde mit einem feierlichen Segen.